Co-Creation oder wie wir den Ersten Weltkrieg verhindert hätten

Der Mythos von Christopher Clark, daß England in den Ersten Weltkrieg „geschlafwandelt“ sei [1], wird von Helmut Roewer ad-acta gelegt, der die Vorkriegstagebücher und Briefe der Kriegsinitiatoren Herbert Asquith und Lloyd George (englischer Premierminister, englischer Finanzminister, 1914) analysiert hat [2].

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Für Roewer ist die stark gewachsene deutsche Handelsflotte der entscheidende Faktor – sowohl die Hamburger HAPAG als auch der Bremer Norddeutsche Lloyd sind bei Kriegsausbruch vier- bis fünfmal so groß wie der größte englische Konkurrent [2].

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Willy Stöwer: Der Turbinenschnelldampfer Vaterland der HAPAG. 1914

Auf die Frage an ihn bei einem Vortrag, ob eine englische Aktienbeteiligung von bis zu 50% an diesen Unternehmen den Krieg hätte verhindern können, wehrt er allerdings ab und lobt sogar die geschlossene Aktionärsstruktur der Hapag [3].

Erstaunlich, wie traditionelle Einstellungen bei manchen Menschen trotz allem vorherrschen.

Was hätte verhindert und erreicht werden können, wenn wir in den 1890er Jahren einen deutsch-englischen Co-Creation-Prozess gehabt hätten?

Co-Creation ist ein wertschätzender Prozeß der Zusammenarbeit. Er kann in allen Schaffensbereichen eingesetzt werden. Co-Creation überwindet erfolgreich den seelischen Eindruck des Abgetrenntseins und der Furcht und ersetzt ihn durch Einheit und Liebe.

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Mehr über Co-Creation:
http://www.livingcocreation.com/

Starten wir einen Blitzkrieg der Herzen! Machen wir die Lobbyisten und Außenministerien in London, Berlin, New York, Washington, Peking und Moskau zu global wirksamen Zentren der Co-Creation!

[1]Christopher Clark: Die Schlafwandler: Wie Europa in den Ersten Weltkrieg zog, DVA, 2013, Amazon

[2] Helmut Roewer: Unterwegs zur Weltherrschaft. Warum England den Ersten Weltkrieg auslöste und Amerika ihn gewann, Zürich, 2016, Amazon

[3] Während einer Buchpräsentation am 23. Oktober 2017

 

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Heute vor 260 Jahren: Die Schlacht, die Preußen auf den Weg zur europäischen Großmacht brachte

Am 5.November 1757 schien Preußen am Ende zu sein. Bei Roßbach marschierte eine überlegene französische Armee auf und drohte, Preußen als europäische Macht zu beseitigen.

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Zwei Kavallerie-Attacken sicherten Preußen am 5. November 1757 einen überwältigenden Sieg [Quelle: ullstein bild]
Wider Erwarten siegte Friedrich der Große, was er vor allem dem Geschick seines jungen Generals von Seydlitz verdankte.

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Der 36-jährige Friedrich Wilhelm Freiherr von Seydlitz (1721-1773) befehligte die gesamte preußische Kavallerie [Quelle: UIG via Getty Images]
Mehr dazu im guten Artikel von Berthold Seewald [1].

Friedrich der Große löst mit seinen schwer erkämpften Siegen seine selbstgeschaffenen Probleme und zwar im wesentlichen auf Kosten seiner Untertanen – wie bekannt kommt das nur dem Politik-Beobachter von heute vor.

Wie wäre die Geschichte ohne sein Hasardspiel verlaufen – ohne Einmarsch in Schlesien, ohne sinnlose Provokation von Zarin Elisabeth (bei einer abendlichen Tafelrunde!) ?

Kein Krieg und keine Traumata in jeder Generation? Keine deutsche Sendung Preussens? Kein 1871? Kein I. Weltkrieg? Keine kulturelle und soziale Dekadenz?

[1] Berthold Seewald: Friedrichs Ass hieß Friedrich Wilhelm von Seydlitz, WELT, 5.11.2017